Deutschland in der Konjunktur

Mit Deutschland geht es nach neuesten Wirtschaftsstudien wieder bergauf.
Soweit, dass die Bundesregierung, allen vorran Merkel vom Spiegel sogar gelobt wird..
Um 2.5% soll die Wirtschaft wieder wachsen, nachdem sie um 5% geschrumpft war es ein Minuswachstum gab.
Soweit so gut. Führenden Wirtschaftsvertretern kann ein Wachstum ja nie hoch genug sein, ich warte nur auf das Jammern aus den Chefetagen trotz dieser Zahlen.

Man schaue sich insbesondere das normale Vorgehen an der Spiel Börse an: sinkender Aktienkurs trotz Gewinn/Umsatzerhöhung oder “noch schlimmer”, keine Gewinn veränderung wird oft mit Aktienverkauf bestraft, d.h. die Firma macht vielleicht einen guten Gewinn, arbeitet also wirtschaftlich, aber der wurde gegenüber dem Vorjahr nicht gesteigert.

Dabei ist diese Wachstumsfixierung gerade im Bezug auf unsere Volkswirtschaft sehr gefährlich. Folgende Faktoren fallen mir da direkt ein:

  • Die Deutsche Bevölkerung schrumpft. Es gibt immer mehr 1-Kind-Familien.
  • Der demographische Wandel: Viele Arbeitende werden in dem nächsten Jahrzehnt und danach in Rente gehen, stehen also der Wirtschaft nicht mehr zur Verfügung

Um diesen zwei Punkten entgegenzusteuern, sollte einerseits die vorhandene Bevölkerung optimal ausgebildet, und das Kinderkriegen so attraktiv wie möglich gestaltet werden. Von der Bildungspolitik will ich aber jetzt gar nicht erst anfangen. Werfen wir also einen Blick auf eine weitere Möglichkeit: den Import von (qualifizierten) Einwanderern. Hier aber:

  • Ausländer haben erwiesenermaßen ein deutlich geringeres Bildungsniveau, aus welchen Faktoren auch immer.
  • Immer weniger Ausländer zieht es nach Deutschland
  • Da ich einige Ausländer kenne (meine Verlobte ist Chinesin), habe ich miterlebt, welche Hürden es gibt, überhaupt in Deutschland zu bleiben. Man kann nicht gerade behaupten, dass es von Amtswegen ein besonderes Bemühen gibt, die ausländischen Absolventen in Deutschland zu halten. (Dies ist sicherlich nicht zuletzt der Einwandernspolitik der CDU zu verdanken). Beispielsweise dürfen Studierte (d.h. gut ausgebildete Absolventen) nur in Deutschland bleiben, wenn sie einen (Vollzeit)-Job bekommen, der genau ihrem Studium entspricht. In meinen Augen ist das bedingt sinnvoll. Ich kenne selbst einige Deutsche, die jetzt etwas völlig anderes arbeiten, als sie letztendlich studiert haben. Außerdem erhält diese Gruppe von Ausländern absolut keine Zuwendungen vom Staat, ist also sowieso bestrebt, Geld zu verdienen.

Ohne einen VWL- oder Soziologieabschluss zu haben, summieren sich alle diesen genannten Faktoren für mich zu einer unausweichlichen Umkehr des Wirtschaftswachstums. Automatisierung und Technologie führen zwar auch zu steigender Produktivität, aber für ein gut funktionierendes Unternehmen braucht man doch in erster Linie die Menschen. Keine Aktien, keine Banken, sondern Bildung, Integration und ein Land, in das man Kinder setzen möchte.

"Nachhaltige" Politik von Minister Koch

Im Spiegel (via Fefe) gibts einen sehr erleuchtenden Kommentar über die Finanz-Politik von Herrn Koch, falls er Finanzminister wird.

Klingen nach langfristig sehr tollen und gut durchdachten Vorschlägen wie:

  • Einsparung bei Bildung und Forschung … Ja klingt einleuchtend! Viel besser ist das Geld ja auch bei Bankenrettung, Automobilindustrie, Kohlesubvention … ach und natürlich bei den Hotelbesitzern… Wer braucht schon Bildung in Forschung in einem ressourcenarmen Land… kopfschüttel
  • Einsparung von KITA Plätzen… mehr als im Artikel steht, kann ich auch nicht dazu sagen: Integration beginnt in der Kindheit, wenn es da verbockt wird, ist es schon zu spät

Wer braucht schon eine Finanzmarkttransaktionssteuer, lasst uns lieber weiter Kredite in Pakete verbauen, und damit andere Organisationen und Staaten bescheißen, die Deutschen sind da nicht besser als die Amis, das klingt nach einem zukunftsträchtigen Modell.

Vorratsdatenspeicherung gecancelt

Kam grad bei heise.de rein:

“Für die Speicherung der Vorratsdaten fehlt damit eine gesetzliche Grundlage, die Speicherung ist also einzustellen, die erhobenen Daten unverzüglich zu löschen.”

Sehr gut.

e-Petition des Bundestages fuer

Unter den e-Petitionen des Bundestages erregte eine Petition heute mein Aufsehen:

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Systemoperatoren und Administratoren ähnlich Ärzten und Pastoren in den Kreis der Berufsgeheimnisträger aufgenommen werden und eine Verschwiegenheitspflicht gesetzlich verankert wird.

Admins haben heutzutage eine große Macht. Es gibt zwar so etwas wie einen “Ehrenkodex”, dass der root nur in anderer Leute Verzeichnisse reinschaut, wenn es ein Problem gibt, aber sind insbesondere deren Chef nicht daran gebunden. Da Admins normale Angestellte sind, muessen sie einer Aufforderung zur Rausgabe von Daten ihrer Chefs dem nachkommen. Durch eine gesetzliche Vorschrift wären aber Admins an ein Berufsgeheimnis gebunden, was ich für richtig halte.

Beim nächsten mal im Einwohnermeldeamt...

Nicht vergessen, der automatisierten Weitergabe der persönlichen Daten an Dritte zu widersprechen!

Leider habe ich selbst den Opt-Out-Day verpasst. Aber eine Ausweisverlängerung steht bald an…

Nach kurzer Suche fand ich das Formular auf sachsen.de. Dank Föderalismus gibt es für jedes Bundesland ein eigenes Formular. :D

Falls die Angestellten dort vom Opt-Out noch nicht gehört sagen, einfach kurz den Gesetztestext rezitieren.
Damit wird zwar nur die automatisierte Weitergabe per Internet untersagt, also eine persönliche (und telefonsiche?) Auskunft sollte noch immer möglich sein, aber das gegen Spam-Schleudern schon mal ein Anfang.

OpenAccess Petition


Auch wenn der letztendliche politische Erfolg der vorherigen e-Petition zum Thema Netzsperren leider wenig erfolgreich war, gibt es eine weitere interessante Petition zum Thema Open Access. Ich persönlich finde das Anliegen, staatlich finanzierte Forschungsarbeiten öffentlich (kostenfrei) zu publizieren, absolut erstrebenswert, bin aber der Ansicht, dass es wiederum auf taube Ohren treffen wird.